Frau S. ist verheiratet und hat 3 Kinder im Alter von 1, 3 + 6 Jahren. Sie kommt in die Beratungsstelle und ist völlig aufgelöst. Seit einigen Tagen weiß sie, dass sie schwanger ist. Sie erzählt: Ich bin völlig verzweifelt, dass ich wieder schwanger bin. Schon jetzt fühle ich mich erschöpft und ausgelaugt und weiß manchmal nicht mehr, wie ich meine Aufgaben erfüllen soll. Auch habe ich erhebliche gesundheitliche Probleme wie Rückenschmerzen und Migräne. Mein Mann sagt, dass ich das schon schaffe, andere Frauen hätten auch 4 Kinder.
Nach solchen Äußerungen fühle ich mich besonders klein und schwach. Dabei sehe ich ja ein, dass mein Mann mich bei der Familienarbeit nicht unterstützen kann. Er arbeitet sehr viel und muss in seiner Firma Überstunden leisten. Auch haben wir alte Eltern, die unserer Unterstützung bedürfen.
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Frau B. kommt mit ihrer erwachsenen Tochter in die Beratungsstelle. Beide machen einen "neutralen" Eindruck. D.H. sie wirken auf mich als Beraterin weder bedrückt noch aufgeregt. Zunächst gehe ich davon aus, dass die junge Frau in die Beratung kommt. Es stellt sich jedoch heraus, dass die Mutter, 45 Jahre alt, schwanger ist.
Frau B. erklärt in einem ersten, einführenden Satz, sie fühle sich psychisch und physisch nicht in der Lage, noch ein Kind zu bekommen. Sie habe dies sehr gut in alle Richtungen mit ihrem Mann überlegt. Es stellt sich ein schwieriges Gespräch heraus, denn sie ist so klar und entschieden in ihrer Aussage, dass es schwer ist, mit ihr über staatliche, finanzielle und andere Hilfen zu sprechen, die zu einer Fortführung der Schwangerschaft ermutigen.
Diese Frau fühlt sich überfordert und erschöpft, außerdem zu alt.
Frau M. ist 41 Jahre; sie kommt mit ihrem Ehemann zur Beratung, zur Familie gehört ein 10j. Kind.
Sie leidet an einer chronischen Erkrankung und weiß, dass sie irgendwann im Rollstuhl sitzen wird. Ihr Kind ist hyperaktiv und braucht intensive Betreuung, auch regelmäßige Besuche bei einem Psychologen.
Frau M. arbeitet halbtags, ihr Mann hat eine leitende Position und ist beruflich sehr eingespannt.
Frau M. ist gegen einen Schwangerschaftsabbruch, schon aus religiöser Überzeugung. Ihr Mann sieht keine Möglichkeit, die Familie noch mit einem Baby zu "belasten". Frau M. würde es sich zutrauen, mit viel Unterstützung das Kind zu bekommen.
Eine sehr komplizierte Situation, mit großem Beratungsbedarf und viel Zeit für Gespräche, besonders abends, wenn der Mann dabei sein kann.
Ute ist 17 Jahre alt und befindet sich im 2. Ausbildungsjahr. Sie möchte Bürokauffrau werden. Seit einem Jahr hat sie einen Freund, der genauso alt ist wie sie und sich auch in der Ausbildung befindet.
Vor 4 Wochen hat Ute erfahren, dass sie schwanger ist. Von ihrer Schwangerschaft wissen nur ihr Freund und 2 Freundinnen. Sie fühlt sich hin- und hergerissen. Mal denkt sie, dass sie das Kind haben möchte, dann aber wieder glaubt sie, dass sie es jetzt noch nicht mit einem Kind schaffen kann.
Sowohl ihr Freund als auch ihre Freundinnen raten ihr, einen Abbruch machen zu lassen. Ein Kind zum jetzigen Zeitpunktwürde ihr ganzes Leben "verpfuschen". Ihren Eltern wagt sie sich nicht anzuvertrauen. Sie glaubt, dass sie von denen keine Unterstützung erfahren kann.
Ute geht in die Beratungsstelle....